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Lügenpresse-Vorwürfe nehmen ab

Laut einer Langzeitstudie des Institutes für Publizistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sei ein allzu großer Vertrauensverlust in die Medien nicht zu erkennen. Dennoch gebe es noch Mediengegner, obwohl ein reflektierter Umgang mit Medien zu erkennen sei.

Vorwurf Lügenpresse

Im Vergleich zum Vorjahr nahmen die Vorwürfe der Lügenpresse ab. Die Vorwürfe, dass Medien und Politik zur Manipulation der Bevölkerung zusammenarbeiten, halten 47 Prozent der Befragten für (eher) nicht zutreffend, ebenso halten 56 Prozent die Aussage, dass die Bevölkerung von den Medien systematisch belogen wird für falsch.

 

Verlässliche Quellen

Allgemein vertrauen die Menschen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk am stärksten, danach folgen Tageszeitungen. Dem privatem Fernsehen und dem Internet wird nur bedingt vertraut. Ein generelles Misstrauen herrscht gegenüber Onlineangeboten. Besonders Nachrichten auf Webblogs, Videoplattformen und sozialen Netzwerken wird kaum vertraut.

 

Fake News und Hasskommentare

Viele sehen zudem Hasskommentare als Gefahr für die Gesellschaft (75 Prozent), ebenso wie Fake News (74 Prozent). Gegen beides erwarten sie gesetzliche Regelungen von staatlicher Seite (je 69 Prozent).

 

Zur Umfrage allgemein

Die Umfrage wurde bereits dreimal durchgeführt (Pilotstudie 2008 sowie 2015 und 2016) und beinhaltet Fragen zum Medien- und Institutionenvertrauen sowie unter anderem zum interpersonalen Vertrauen sowie Fragen zur Medien- und Internetnutzung, Mustern der Medienkritik und politischen Einstellungen. Insgesamt wurden 1200 Menschen befragt, wobei das Durchschnittsalter bei 50 Jahren liegt.

 

Zusammenfassend arbeiteten die Wissenschaftler vier zentrale Erkenntnisse heraus: Das Vertrauen in den Rundfunk und der Presse sind in Deutschland vergleichsweise groß und stabil. Ein Teil der Mediengegnerschaft geht mit dem Gefühl der Entfremdung sowie mangelndem Medienwissen einher. Weiterhin lohnt es sich in die Medienbildung zu investieren, ebenso stuft die Mehrheit Fake News und Hasskommentare als Problem ein und verlangt gesetzgeberische Schritte (Quelle: Media Perspektiven 4/2018, S. 160/161).

22.05.2018