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02.05.2017 | Birte Rosink

Smepper gewinnen Preis „Digital macht Schule“

Bild: Sandra Tell/LMZ

Stolze 60.000 Euro gab es zu gewinnen als die Stiftung PSD L(i)ebensWert im März zur Preisverleihung nach Stuttgart einlud. Insgesamt acht Schulen im Saarland und Baden-Württemberg, die didaktische Ansätze im Bereich der Medien vorantreiben, Schülerinnen und Schüler verantwortungsbewusst an die Medien heranführen und die Digitalisierung sinnvoll nutzen, durften sich über Preise freuen.

 

Unter den Preisträgern in Baden-Württemberg befindet sich auch das Markgräfler Gymnasium in Müllheim. In den Schuljahren 2015/16 und 2016/17 wurden hier durch das Landesmedienzentrum (LMZ) Schüler-Medienmentorinnen und -mentoren (Smepper) ausgebildet. Ziel des Schüler-Medienmentoren-Programms ist, dass die Schülerinnen und Schüler im Anschluss an den Kurs ihr Wissen an Mitschüler/-innen weitergeben, sie bei der kompetenten Mediennutzung unterstützen sowie selbst Projekte, Workshops oder AGs anbieten.

Ein innovatives Konzept

Bild: Katharina Lefévre

Am Markgräfler Gymnasium (MGM) in Müllheim bieten die ausgebildeten Smepper unter dem Motto „Medien – aber sinnvoll“ (betreut durch Nadine Gebhard, Lehrerin am MGM) nun Workshops für die unteren Klassenstufen zu den Themen „Datenschutz und Urheberrecht“, „Handy und Smartphone“,  „Soziale Netzwerke“ und „Legale und illegale Downloads“ an. Auch Elternworkshops zu diesen und ähnlichen Themen haben die inzwischen routinierten Smepper bereits durchgeführt. Außerdem führt eine weitere SMEP-Gruppe am MGM Workshops zu Fotografie, Trickfilm, Lego-Robotik oder Filmschnitt durch. Katharina Lefèvre ist Lehrerin am Markgräfler Gymnasium und betreut diese Gruppen: „Es geht eben nicht nur darum, mit Medien umgehen zu können, sondern vor allem darum, diese sinnvoll zu nutzen.“ Im Rahmen der Workshops geben die Smepper ihr eigenes Wissen an andere Mitschülerinnen und Mitschüler weiter. „In Sachen Medien sind die Schülerinnen und Schüler die Experten. Lehrkräfte kommen hier an ihre Grenzen, da sie oft selbst nicht drin sind in Themen wie Instagram und Co.“

Bild: Sandra Tell/LMZ

Neben den Workshops unterstützen die Smepper die Lehrkräfte beim Medieneinsatz im Unterricht und arbeiten mit anderen AGs der Schule zusammen. Beispielsweise planen sie aktuell ein gemeinsames Projekt mit der Theater-AG. Bei dem Stück wird es einige Szenen geben, die auf der Bühne nur bedingt nachgestellt werden können, etwa eine Jagdszene im Wald. Diese Szenen filmen die Smepper vorab, sodass sie beim Theaterstück auf der Leinwand gezeigt werden können. „Alle sind heilfroh, dass es die Smepper an unserer Schule gibt und darüber, was sie umsetzen“, berichtet Katharina Lefévre, „das Konzept ist super!“. Nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch die betreuenden Lehrkräfte und LMZ-Referentinnen und -Referenten tragen mit ihrem Engagement entscheidend zum Erfolg des Konzepts bei.

 

Das für ihr Konzept verliehene Preisgeld von 5.000 Euro ist bereits fest verplant und soll vor allem in die technische Ausstattung der Schule fließen: Kameras und Stative und ein netzwerkunabhängiger Laptop für Schnittarbeiten sollen angeschafft werden. „Bisher wurden wir bei der Technik-Ausleihe vom Kreismedienzentrum Freiburg unterstützt. Durch die Anschaffung eigener Geräte können die Schülerinnen und Schüler jedoch flexibler an ihren Projekten arbeiten.“

SMEP – Kurz erklärt

Bild: Katharina Lefévre

Das Schüler-Medienmentoren-Programm wird mit zwei Schwerpunkten angeboten:
Im 20-stündigen SMEP Jugendmedienschutz-Kurs lernen die Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren die verschiedenen Themenbereiche des präventiven Jugendmedienschutzes kennen: Wie kann man sich selbst vor möglichen Problemen im Internet schützen, beziehungsweise wie geht man so verantwortlich und kritisch mit Medien um, dass Probleme gar nicht erst entstehen? Welche gesetzlichen Maßnahmen werden durch den Staat zum Schutz der Jugend ergriffen? Welche Regeln sollte man bei der Kommunikation im Internet beachten? Was sollte bei der Installation von Apps auf dem Smartphone beachtet werden und welche Berechtigung benötigt die App wirklich? Wie berate ich meine Mitschülerinnen und Mitschüler im Falle von Datenschutz und Urheberrechtsverletzungen?

 

Beim 40-stündigen SMEP Classic-Kurs liegt der Schwerpunkt dagegen auf der aktiven, praktischen Medienarbeit. Die Schülerinnen und Schüler erstellen eigene Flyer, erhalten Tipps fürs Fotografieren sowie zu Bildbearbeitung. Sie erfahren, was sie bei Audio- und Videoproduktionen beachten sollten und wie man ein Drehbuch schreibt, führen Filmgespräche und erlernen Grundregeln für die Präsentation ihrer Ergebnisse.

 

In beiden Kursen werden zudem Grundlagen des Projektmanagements, der Gruppenführung und dem Umgang mit Konflikten aufgegriffen. Die SMEP-Kurse werden von erfahrenen LMZ-Referentinnen und Referenten jährlich an 50 bis 60 Schulen in Baden-Württemberg durchgeführt.

 

Im Schüler-Medienmentoren-Programm werden jährlich zwischen 600 und 700 Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren von erfahrenen LMZ-Referentinnen und Referenten zu Mentorinnen und Mentoren ausgebildet. Möchten auch Sie das Schüler-Medienmentoren-Programm an Ihre Schule holen? Neue Kurse sind ab dem neuen Schuljahr möglich. Anmelden können Sie sich jetzt schon hier.

Jugendmedienschutz, Lehrkräfte, Medienbildung

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