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19.04.2017 | Nora Brockamp

Mit YouTube gegen Fakenews – Mirko Drotschmann von MrWissen2go

Bild: Christian Reinhold/LMZ

Jugendliche kennen ihn als MrWissen2go. Beruflich moderiert er Wissenssendungen für MDR und ZDF. Doch den YouTube-Kanal betreibt der Moderator Mirko Drotschmann bereits seit fünf Jahren in seiner Freizeit. Den Referentinnen und Referenten des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg (LMZ) gewährte er einen Blick hinter die Kulissen seines YouTube-Kanals und formulierte Tipps gegen Fake-News.

 

Angefangen hat alles mit der Idee, Geschichtswissen einfach erklärt zu verbreiten. Durch immer mehr Fragen zur aktuellen Politik und gesellschaftlichen Fragen vonseiten seiner Zuschauer hat sich der Inhalt seines Kanals immer mehr verschoben. Mirko Drotschmann erklärt komplizierte Sachverhalte zu den Themen Allgemeinwissen, Politik und Religion. Weitere Rubriken seines Kanals sind der Faktencheck und die Reihe „Die Wahrheit über…“,  in der er Missstände in großen Unternehmen oder in der Gesellschaft aufzeigt. Um möglichst objektive Videos von seiner persönlichen Meinung zu trennen, hat er außerdem die Rubrik „#mirkosmeinung“ eröffnet.

 

Immer mittwochs und sonntags veröffentlicht er seine Videos. Dabei versucht er Jugendliche mit plakativen Titeln, jedoch ohne Clickbating, also ohne das Versprechen von Inhalten, die dann gar nicht zu sehen sind, auf sich aufmerksam zu machen. Dabei ist ihm wichtig, seine Themen anhand von mindestens zwei unabhängigen Quellen zu prüfen, auf wissenschaftliche Studien zu verweisen und zwei verschiedene Experten zu finden, die nach Möglichkeit eine unterschiedliche Meinung vertreten. So will Mirko Drotschmann ein möglichst differenziertes, objektives Bild zeichnen.

 

Das ist auf YouTube nicht selbstverständlich. Auch rechtsgesinnte Kanäle veröffentlichen Videos, die vermeintlich über die „Wahrheit“ aufklären und somit versuchen, Jugendliche zu manipulieren. Dazu kommen Videos, in denen Verschwörungstheorien, wie zum Beispiel über sogenannte Chemtrails oder die These, die USA hätten am 11. September 2001 selbst die Twin Towers gesprengt, verbreitet werden. Dem versucht Mirko Drotschmann entgegenzuwirken. Einen guten Tipp hat er, um die Echtheit von Bildern zu überprüfen.

Die Bilder-Rückwärtssuche

Ob Videos Bilder beinhalten, die ursprünglich aus einem ganz anderen Kontext stammen, lässt sich durch die Google-Bilder-Rückwärtssuche ermitteln. Dafür macht man zuerst einen Screenshot von dem Bild im Video, dessen Ursprung man gerne herausfinden möchte. Das ist auch dann sinnvoll, wenn es sich in dem Video ursprünglich nicht um ein Standbild, sondern um ein Video handelt, da Google auch ähnliche Bilder erkennt. Unter Windows drückt man hierzu die Taste „Druck“, öffnet ein Bildverarbeitungsprogramm und fügt das entstandene Bild mit Strg + v ein. Dann kann man mit dem Auswahl-Tool den relevanten Teil des Bildes auswählen und anschließend mit „Zuschneiden“ freistellen. Das Bild sollte man nun auf dem Computer abspeichern. Auf dem Mac lässt mich mit cmd + Umstelltaste + 4 ein Screenshot erstellen. Anschließend kann man direkt einen Kasten über den Bereich des Bildschirms ziehen, den man festhalten möchte. Es wird automatisch ein Bild erstellt und auf dem Desktop gespeichert.

 

 

Bild: Zuschnitt des Screenshots mit Paint

Dann öffnet man die Suchmaschine Google und wählt die Sucheinschränkung „Bilder“ aus. Um ein Foto beziehungsweise Screenshot hochladen zu können, klickt man auf das Fotosymbol.

 

 

Bild: Screenshot von Google Bildersuche

Hier kann nun das Foto hochgeladen werden. Es ist genauso möglich, die URL einer Website einzugeben, auf der ein Bild zu finden ist.

 

 

Bild: Screenshot von Google Bildersuche

Anschließend zeigt Google Webseiten an, auf denen dieses, oder ein ähnliches Bild ebenfalls zu finden ist.

 

 

Bild: Screenshot der Ergebnisse der Google Bildersuche

Tipps im Umgang mit Fakenews

Bild: Christian Reinhold/LMZ

Mirko Drotschmann brachte außerdem drei Tipps mit, die Pädagoginnen und Pädagogen im Umgang mit Jugendlichen und Fakenews beherzigen sollten. Zunächst plädierte er dafür, die Jugendlichen ernst zu nehmen. Er betonte, dass es wichtig sei, Jugendlichen nicht einfach zu sagen, dass es sich bei einer bestimmten Meldung sowieso um Blödsinn handle, sondern ihren Fragen genau zuzuhören und der Sache nachzugehen. Als zweiten Tipp machte er darauf Aufmerksam, dass Jugendliche Erwachsene ernster nehmen, wenn sich diese in der gleichen Lebenswelt bewegen wie die Jugendlichen. Das bedeutet: Pädagogen sollten sich mit Youtube auseinandersetzen, Jugendliche Fragen welche Kanäle sie sich anschauen und diese ebenfalls sichten. Der dritte Tipp war schließlich sich, Dinge genau anzuschauen und sie einzuordnen. Das sollte gegenüber den Jugendlichen begründbar sein und ist zum Beispiel anhand der Google-Bilder-Rückwärtssuche möglich.

Mirko Drotschmann im Interview mit Christian Reinhold

Außerschulische Pädagogik, Internet / Web 2.0, Jugendmedienschutz, Lehrkräfte, Medienbildung, Soziale Netzwerke, Video

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