Medienbildung am LMZ

Bild: Markus Bugbee/LMZ
Bild: Arnim Weischer/LMZ

Medienbildung am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ)

Medienbildung hat für das LMZ – in Anlehnung an die Erklärung der Kultusministerkonferenz – vor allem in fünf Dimensionen einen hohen Stellenwert:

 

  • bei der Förderung der Qualität des Lernens und Lehrens
  • zur Erhöhung der Möglichkeiten der gesellschaftlichen und kulturellen Teilhabe und Mitgestaltung
  • bei der Identitäts- und Persönlichkeitsbildung der Heranwachsenden
  • bei der Ausbildung von Haltungen, Wertorientierungen und ästhetischem Urteilsvermögen
  • beim notwendigen Schutz vor negativen Wirkungen der Medien und des Mediengebrauchs.

 

Da heute praktisch alle Lebensbereiche in nahezu allen Altersgruppen von digitalen Medien geprägt sind, hält es das Landesemedienzentrum für erforderlich, Medienbildung alters- und zielgruppenangemessen in allen bildungsrelevanten Bereichen zu verankern:

 

  • im frühkindlichen Bereich, also in Kindergärten und Kindertagesstätten
  • in Grundschulen und weiterführenden Schulen
  • in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit
  • in der Ausbildung von Pädagoginnen und Pädagogen – von den Erzieherinnen über die Lehrerausbildung bis zur Hochschule
  • in der Elternarbeit
  • in der Fortbildung/Erwachsenenbildung

 

Das LMZ geht bei der Vermittlung von Inhalten und Kompetenzen von folgenden Prämissen aus:

 

Medienbildung ist immer auch Teil umfassender Allgemeinbildung. Sie hat den Menschen im Blick und ist Teil eines lebenslangen Lern- und Bildungsprozesses.

 

Zur Medienkompetenz gehören Kenntnisse, Erfahrungen und Kompetenzen in verschiedenen Bereichen, zum Beispiel:

  • Wirkungsmechanismen verstehen
  • Beurteilungs- und Bewertungskompetenzen
  • Persönliche kreative Gestaltungskompetenzen
  • Soziale Kompetenzen, u. a. Kommunikationskompetenzen, hierzu gehören auch bestimmte Werte bzw. die Orientierung im und am gesellschaftlichen Wertesystem
  • Reflexion des eigenen Medienverhaltens und überlegte Nutzung
  • technische Grundlagen
  • Bedingungen und Formen der Medienproduktion (gesellschaftliche Dimension)
  • Mediensysteme
  • Orientierungswissen und -fähigkeit in komplexen Medienzusammenhängen und Informationsangeboten
  • Kenntnisse über (urheber-)rechtliche Rahmenbedingungen der Mediennutzung

 

Da wohl niemand all diese Kompetenzen in einer Person abdecken kann, entwickelt die Landesregierung das LMZ zu einem Kompetenzzentrum fort, in der diese Voraussetzungen durch verschiedene Personen gewährleistet sind.

 

Die passgenauen Angebote des Landesmedienzentrums sollen die Menschen stärken, unterstützen und fördern beim/im Umgang mit digitalen Medien.

 

Die Angebote sollen nachhaltige Kompetenzen vermitteln, die es dem Einzelnen ermöglichen, aktuelle und kommende Herausforderungen des digitalen Zeitalters zu bewältigen.

 

Verantwortungsvolle (medien-)pädagogische Arbeit zeigt Chancen auf, ohne Risiken zu vernachlässigen, und arbeitet selbst aktiv mit Medien.

 

Die medienpädagogische Arbeit orientiert sich an der Lebenswirklichkeit der Zielgruppen und berücksichtigt die Einzigartigkeit jedes Menschen.

Medienpädagogik am LMZ

Zur Medienpädagogik im Landesmedienzentrum gehören verschiedene Arbeitsfelder, die alle ihren Beitrag zu einer umfassenden Medienbildung beitragen: Hörerziehung und Audioarbeit, Filmbildung, Lernen mit mobilen Mediengeräten und auf digitalen Plattformen und der pädagogische Jugendmedienschutz sind die wichtigsten Bereiche der Medienpädagogik am LMZ. Dabei werden differenzierte Konzepte für verschiedene Altersstufen (Grundschule, Sek I, Sek II), für eine fundierte Beratung in technischen wie in medienpädagogischen Fragen für Schulen und Lehrkräfte, für Blended-Learning-Szenarien und Lernplattformen entwickelt.

 

Gerade die Unterstützung der medienpädagogischen Berater und der Schulnetzberater bedeutet für die Schulen eine wichtige Hilfe, wenn es gilt, die Medienbildung dort zu verankern. Am besten beginnt dieser Einstieg mit einem Medienentwicklungsplan. Dazu versuchen Schule und Schulträger gemeinsam, die pädagogisch erforderliche Ausstattung der Schulen mit den finanziellen Möglichkeiten des Schulträgers in Übereinstimmung zu bringen. So hat die Schule dann die Ausstattung, die ihrem jeweiligen pädagogischen Konzept entspricht, und der Schulträger vermeidet unnötige Fehlinvestitionen.

 

Die Arbeit des LMZ für die verschiedenen Zielgruppen sei am Beispiel des pädagogischen Jugendmedienschutzes aufgezeigt:

Pädagogischer Jugendmedienschutz als Teil der Medienbildung

Zu einem ganz zentralen Aufgabenbereich des Landesmedienzentrums hat sich der pädagogische Jugendmedienschutz entwickelt. Der hohe Bedarf danach in Schulen und Familien sowie die schrecklichen Ereignisse in Winnenden/Wendlingen haben die Landespolitik bewogen, das LMZ zu einem landesweiten Komptenzzentrum zur Unterstützung, Beratung und Information von Lehrkräften, Eltern und Schüler/-innen zu entwickeln. Dies machte es zum einen möglich, die medienpädagogische Beratungsstelle einzurichten, wo alle Interessierten und Ratsuchenden anrufen können, um Unterstützung bei Fragen rund um den pädagogischen Jugendmedienschutz zu erhalten. Zum anderen konnte das LMZ in Umsetzung dieser Aufträge im Jahr 2015 allein über 30 000 Interessierte in über 1 300 Veranstaltungen erreichen und so wertvolle Hilfe und Information bieten.

 

Aus Sicht des LMZ hat der Pädagogische Jugendmedienschutz nichts mit der Bewahrpädagogik früherer Jahre zu tun, sondern ist vor allem ein wesentlicher Teil der Medienbildung, besonders im Bereich Lernen über Medien. Der Pädagogische Jugendmedienschutz gehört zum Bereich der Prävention, wobei das Landesmedienzentrum darunter nicht nur vorbeugende Maßnahmen versteht, um unerwünschte Ereignisse oder Entwicklungen zu vermeiden, sondern sich vor allem dem Ansatz des Empowerments verpflichtet fühlt, der auf die Stärkung des Einzelnen abzielt. Der Blick soll mehr auf das gerichtet werden, was angeregt und gestärkt werden soll als auf das, was verhindert werden soll.

 

Ziel und Aufgabe des Pädagogischen Jugendmedienschutzes am LMZ ist es also, Kinder und Jugendliche so zu stärken, dass sie innerhalb der Mediengesellschaft mit Medien kompetent, sozial verantwortlich, selbstbewusst und kreativ handeln können. Schlussendlich zielt die pädagogische Arbeit des LMZ im Bereich des Jugendmedienschutzes also auf die Persönlichkeitsbildung ab und folgt dem schon von Dieter Baacke formulierten Postulat, dass „alle Menschen kompetente Lebewesen sind und damit ihre Kompetenz umfassend gefördert werden müsse.“ [1]

 

Für Lehrkräfte geht es beim pädagogischen Jugendmedienschutz darum,

 

  • Schüler-/innen über wichtige Themen aufzuklären
  • Räume zu schaffen, die eine angemessene Beschäftigung mit Medien und Medienthemen ermöglichen
  • pädagogische Maßnahmen zu ergreifen, die es Kindern und Jugendlichen ermöglichen, sich bewusst mit Medien auseinanderzusetzen und deren Potenziale und Gefahren einzuschätzen.

 

Für Lehrkräfte hat das LMZ deshalb umfassende Materialien erarbeitet, die sie in der Umsetzung dieses Auftrages unterstützen. Die Beratung von Lehrerinnen und Lehrer stützt sich etwa auf das bereits erwähnte spiralförmig aufgebaute Jugendmedienschutzcurriculum, das – angebunden an den Bildungsplan – konkrete Umsetzungsmöglichkeiten aufzeigt und dazu passende Materialien bereit stellt.

 

Das Landesmedienzentrum stellt bei seiner Arbeit den Menschen und seine soziale Entwicklung in einer werteorientierten Gesellschaft in den Mittelpunkt und vertritt eindeutige Haltungen und Werte: Respekt und die Achtung vor den Mitmenschen erstrecken sich auch in den digitalen Raum, ebenso wie die erzieherische Verantwortung von Eltern und Pädagogen.

 

In seinen Veranstaltungen hält sich das LMZ selbstverständlich an juristische Vorgaben (gesetzlicher Jugendmedienschutz), legt aber größten Wert auf eine pädagogische Herangehensweise, die die Stärkung von Kindern und Jugendlichen zum Ziel hat. Das bedeutet, Kinder und Jugendliche anzuregen und sie bei der Entwicklung von Handlungs- und Problemlösungsstrategien zu begleiten.

 

Hierzu gehört auch die Ablehnung jedweder Gewalt und eines herabwürdigenden Umgangs miteinander im Internet oder über Smartphones etc. Da Jugendliche weder in ihrem privaten noch in ihrem beruflichen Leben ohne Medienkompetenz bestehen können, bemüht sich das LMZ um eine objektive und differenzierte Darstellung der Chancen und Risiken digitaler Medien.

 

Wichtige Themenfelder im Bereich des Pädagogischen Jugendmedienschutzes sind dabei:

 

  • Sicherer Umgang mit Computer und Internet: Passwörter, Nicknames, Antiviren-Software, Umgang mit E-Mail, richtig Recherchieren, gute Seiten u.ä.
  • Inhalte: Pornografische Inhalte, z. B. sexuelle und/oder herabwürdigende Belästigung in Chats, Gewalt, Rassismus, Computerspiele, Filme und Fernsehen, sicher recherchieren, bewerten und auswählen
  • Rechtliche Rahmenbedingungen: Datenschutz, Persönlichkeitsrechte, Urheberrecht etc.
  • Umgang mit Handy und Smartphone
  • Werbung und Abzocke beim Surfen, bei Online-Kauf und Online-Banking
  • Umgang miteinander, Kommunikation in Sozialen Netzwerken, Cybermobbing
  • Suchtfragen z. B. bei Spielen, Sexseiten etc.

 

Auch die aktive Medienarbeit, bei der Jugendliche einen Blick hinter die Kulissen von Medien(-produkten) werfen, vom reinen Konsumenten zum Produzenten werden und sich damit Hintergrundwissen aneignen, ist in Programmen zum Pädagogischen Jugendmedienschutz vorgesehen. Dazu gehört etwa das Schüler-Medienmentoren-Programm sowie SMEP Aktiv.

Unterstützungsleistungen des LMZ für Schulen und Lehrkräfte

Die Medienbildungsarbeit des Landesmedienzentrums besteht aus einem umfassenden Angebot zu Technik und Netzwerk- und Softwarelösungen, fachlicher Beratung, geeigneten Unterrichtsmedien in der SESAM-Mediathek und einem inhaltlich-pädagogischen Veranstaltungsangebot für Lehrkräfte, Eltern und Schüler-/innen.

 

Zu diesem Angebot gehören konkret:

  • Die paedML als schulische Netzwerklösung (Linux, Windows, Novell) ist in Baden-Württemberg Standard an allen weiterführenden Schulen und bietet schnelle und kompetente Unterstützung durch eine Hotline.
  • Von Fachkommissionen begutachtete, lizenzrechtlich abgesicherte Medien über die LMZ-Medienrecherche/SESAM-Mediathek (online und offline). Die SESAM-Mediathek bietet mehr als 60 000 urheberrechtlich geschützte Medien wie Filme, Graphiken, Animationen, Word-Dokumente und PDFs sowie weitere 100 000 unterrichtsgeeignete Bilder aus eigenem Besitz. Diese Medien sind bereits in vielfältigen Unterrichtsmodulen aufbereitet.
  • Diese Bilder und Medien können von Lehrkräften und Schülern unbedenklich für den Unterricht verwendet werden und bieten eine wichtige Voraussetzung für mediengestütztes Arbeiten, da Lehrkräfte nach allen Umfragen vor allem unterrichtsgeeignete Medien benötigen. Zu diesem Zweck baut das LMZ derzeit einen Streaming-Server auf.
  • Beratung vor Ort durch Schulnetzberater und medienpädagogische Berater-/innen in den Medienzentren sowie in der zentralen medienpädagogischen Beratungsstelle.
  • Inhaltliche Angebote, die über Veranstaltungen oder über Online-Plattformen zur Verfügung stehen (Bildungsplanmatrix, Unterrichtsmodule, MediaCulture-Online) und zwar zu folgenden Themenbereichen und Schwerpunkten:

 

Auf einige dieser Schwerpunkte wird im Folgenden näher eingegangen:

Bild: Arnim Weischer/LMZ

Medienbildung in der Grundschule

Fast in jedem Haushalt, in dem Kinder zwischen 6 und 13 Jahren leben, sind Fernsehen, Computer und Internet sowie Handys/Smartphones verfügbar. Sogar die Hälfte der 6- bis 13jährigen nennt ein Handy ihr eigen, bereits 21 % haben einen eigenen Rechner. Diese wenigen Zahlen zeigen: Medien sind heute selbstverständlicher Bestandteil der Lebenswelt von Kindern schon im Grundschulalter. [2]

 

Um Kinder aber auf die vielfältigen positiven Möglichkeiten der Medien vorzubereiten, sie in einer sinnvollen Mediennutzung anzuleiten und um sie gegenüber möglichen Gefahren und Problembereichen zu sensibilisieren und zu stärken, wurde in den neuen Bildungsplänen eine grundlegende Medienbildung bereits in der Grundschule verankert. 

 

Daher hat das LMZ über mehrere Jahre ein Pilot-Projekt zur Medienbildung in der Grundschule durchgeführt, in dem ein Gesamtkonzept von der Medienentwicklungsplanung über die technische Ausstattung bis hin zu pädagogischen Umsetzungsszenarien für Grundschulen erprobt wurde. Eine fundierte Evaluation dieses Projekts ermöglichte es, interessierten Grundschulen, Schulträgern sowie insbesondere den Bildungsplankommissionen Empfehlungen für das eigene Vorgehen an die Hand zu geben.

 

Die Ergebnisse sind eindeutig und werden durch die Evaluation des Instituts für Informationsmanagement Bremen klar bestätigt: Medienbildung kann auch in der Grundschule erfolgreich durchgeführt werden. Allerdings: Enge Begleitung und Betreuung bleiben zentral, besondere Supportkonzepte sind unverzichtbar, da die meisten Grundschulen keinen ausgebildeten Netzwerkberater haben.

 

Die Erfahrungen aus diesem Pilotprojekt flossen schließlich ein in das aktuelle Referenzschulmodell des LMZ. Hierbei wurde in verschiedenen Landkreisen je eine Schule als Referenzgrundschule exemplarisch mit entsprechender Hardware ausgestattet und pädagogisch begleitet. Das Kollegium wurde medienpädagogisch qualifiziert und erhält für die Kooperationslaufzeit intensive Beratung, Begleitung und Unterstützung durch die/den Medienpädagogische/-n Berater/-in (MPB) des zuständigen Kreis- oder Stadtmedienzentrums. Diese Schulen geben allen interessierten Grundschulen im Landkreis ihre Erfahrungen weiter, liefern Anschauungsmaterial und erproben Fortentwicklungen. Zugleich dienen sie als Ort für Fortbildungen und Workshops und macht Medienbildung in der praktischen Umsetzung für Interessierte erlebbar.

 

Tablet-Projekt

Zentraler Aspekt für den geplanten flächendeckenden Medieneinsatz im Unterricht ist die ständige Verfügbarkeit von Computern im Unterricht. In den meisten Schulen stehen derzeit für einen mediengestützten Unterricht nur Computerräume zu Verfügung. Wenn Medienbildung in der Schule aber als fächerintegrativer Bestandteil zu einer Pflichtaufgabe werden soll, muss die Verfügbarkeit von Endgeräten im Klassenraum erhöht werden. Dies kann durch Medienecken oder eben mobile Geräte wie Tablets erreicht werden. Die immer leistungsstärker werdenden kleinen Netbooks und noch mehr die Tablets ermöglichen einen flexibleren Einsatz von Medien im Unterricht.

 

Daher erprobt das LMZ an ausgewählten Schulen aller Schularten die Möglichkeiten der unterrichtlichen Nutzung von Tablets. Diese Erprobung wird wissenschaftlich begleitet.

  • Technische Unterstützung: Zentraler Aspekt dieser Erprobung ist die Einbindung ins schulische Netz. Damit wären alle den Lehrkräften bereits wohlbekannten Vorteile der paedML auch auf dem Tablet nutzbar, z. B. personalisierte Anmeldung, Nutzung der Tauschlaufwerke, Profilbeschränkungen (z. B. bei Klassenarbeiten), bereits bekannte Software (z. B. MS Office). Auch könnten Restriktionen verteilt werden, z. B. um das Löschen, Installieren oder Ändern von Anwendungen auf dem Tablet zu verhindern. Auch stehen den Schülern alle auf dem Schulserver bereitgestellten Medien und Anwendungen zur Verfügung. Dazu muss die Schule einen Breitbandzugriff haben und eine strukturierte Verkabelung in den beteiligten Klassenzimmern. Die Klassenräume selbst müssen mit WLAN ausgestattet sein, damit so die Einbindung aller Rechner ins schulische Netz gesichert werden kann.
  • Pädagogische Unterstützung durch Berater und LMZ-Mitarbeiter: Die pädagogischen Referenten des LMZ und die vom LMZ betreuten medienpädagogischen Berater/-innen an den Kreismedienzentren haben ihren Arbeitsschwerpunkt in der Unterstützung der Schulen beim mediengestützten Unterrichten und unterstützen die Pilotschulen bei ihrer Arbeit intensiv.Die Schulen ihrerseits stellen die erarbeiteten Materialien und die Ergebnisse ihrer pädagogischen Arbeit anderen Schulen zur Verfügung.

 

Lernraum

Mit der digitalen Lernplattform Lernraum, die gegenwärtig durch das LMZ entwickelt wird, können Lerneinheiten digital vorbereitet werden. Außerdem ist kooperatives Arbeiten innerhalb der Lerngruppe möglich. In der digitalen Lernumgebung kann man sowohl kurze digitale Lernsequenzen als auch längere Einheiten vorbereiten sowie online arbeiten und kommunizieren – und das alles in einer datenschutz-, urheberrechts- und lizenzrechtlich abgesicherten Umgebung.

 

Der Lernraum ist intuitiv nutzbar und verfügt über die üblichen Touch-, Wisch- und Drag&Drop-Funktionalitäten. Mit dem Lernraum kann man einfach, schnell, sicher und von überall her mit verfügbaren Online-Medien und eigenen Materialien unterschiedliche Lernsequenzen vorbereiten, durchführen sowie mit der Lerngruppe interagieren und kommunizieren.  Zudem bietet der Lernraum Zugriff auf die LMZ-Mediathek SESAM. Somit stehen über 100 000 geprüfte und bildungsplangeeignete Medien (z.B. Filme, Bilder, Arbeitsblätter und vieles mehr) zur Verfügung. Sie können dazu einfach im Suchfenster einen Begriff eingeben und die geeigneten Materialien per Drag-and-Drop in eine digitale Arbeitsfläche (sogenannte „Ansicht“) einbinden, Arbeitsaufträge formulieren, Text- und Eingabefelder einfügen und danach der Lerngruppe online austeilen („freigeben“).

 

Hörerziehung

Hören und Zuhören hat auch in der heutigen stark visuell geprägten Welt einen hohen Stellenwert. Die gezielte Aufnahme und Verarbeitung von gehörten Informationen ist maßgeblich für Lernprozesse. Um diese Kernkompetenzen bei Kindern zu fördern, wurde bereits vor Jahren das Projekt Ohrenspitzer von der Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest (MKFS) ins Leben gerufen. In Baden-Württemberg wird Ohrenspitzer vom LMZ mit Unterstützung der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) in Kooperation mit den Kreismedienzentren durchgeführt, die als Stützpunkte vor Ort fungieren. Bei dem Projekt werden Kinder für Worte, Stimmen, Geräusche und Musik sensibilisiert. Ihnen wird zudem die Möglichkeit gegeben, selbst Hörspiele zu produzieren.

 

Filmbildung und Lernen mit Filmen

Die alltäglichen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen werden maßgeblich von bewegten Bildern beeinflusst, durch das Fernsehen, durch Kinofilme oder YouTube-Clips. Vielfach findet die Verortung des Individuums in der Welt und die Aneignung von Weltwissen verstärkt mittels Filmen statt. Allein diese Tatsache ist schon hinreichend Begründung für eine fächerübergreifende schulische Filmbildung, deren Ziel es sein muss, die Kompetenzen der Lernenden zu stärken, um die selbstbestimmte und -reflektierte Teilhabe an der Kulturtechnik Film zu ermöglichen und zu fördern.

 

Die Filmbildungsarbeit des LMZ beruht auf dem Kompetenzorientierten Konzept für die schulische Filmbildung der Länderkonferenz Medienbildung. Auch das vom LMZ entwickelte Filmbildungscurriculum basiert auf diesem Papier.

 

Begleitet wird die Filmbildungsarbeit des LMZ durch die jährlich stattfindende SchulKinoWoche, die regelmäßig ca. 60.000 Kinder und Jugendliche in die Kinos lockt, wo ihnen neben pädagogisch wertvollen Filmen auch eine Einführung eine Nachbetrachtung zum Film angeboten wird.

 

Wie bei der Hörerziehung hat im Bereich der Filmbildung auch die aktive Medienarbeit (Lernen mit Medien) einen höheren Stellenwert als beispielsweise im Bereich des Pädagogischen Jugendmedienschutzes (Lernen über Medien).

Quellen

[1] Baacke, Dieter: Medienpädagogik. Tübingen 1997, S. 96. [zurück]

[2] Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (Hrsg.): KIM-Studie 2012. Stuttgart 2013, S. 75. [zurück]

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