Suche

Pop Art und Medien

Die Ausstellung „The Great Graphic Boom“ in Stuttgart (ab 4.7.2017) bietet interessante Anknüpfungspunkte für das Thema Pop Art im Kunstunterricht.

Vom 4. 7. bis zum 5. 11. 2017 zeigt das Graphikkabinett der Staatsgalerie Stuttgart unter dem Titel „The Great Graphic Boom“ grafische Arbeiten aus den USA im Zeitraum von 1960 bis 1990.

 

Die Zusatzausstellung „Pop Unlimited“ ergänzt die Präsentation um den Schwerpunkt der Pop Art, die die Kunstproduktion der 60er Jahre vor allem in den USA dominierte. Pop Art entstand um 1956 ungefähr gleichzeitig, jedoch unabhängig voneinander, in New York und London. Damit wurzelt Pop Art in der speziellen urbanen Umgebung zweier großer Metropolen des zwanzigsten Jahrhunderts. Den gegenstandslosen Eruptionen des Abstrakten Expressionismus wurden urplötzlich figurative und realistische Motive gegenübergestellt, die dem nüchternen Alltag entnommen waren: Werbung und Verpackung, Fotos aus Magazinen, Comics, Gebrauchsgüter aller Art, allen voran Kühlschränke und Autos, Nahrungsmittel wie Hot Dogs, Torte und Eis, Nahrungsmittel in Konservendosen und sogar Geld.

 

Das Bildmotiv war nicht mehr spontanes Ergebnis einer subjektiven emotionalen Befindlichkeit des Künstlers, sondern objektive Spiegelung der trivialen Alltagskultur. Folgerichtig verdrängten auch industrielle Produktionstechniken die traditionellen künstlerischen Techniken, wodurch auch das Kunstwerk zu einem Massenprodukt wurde. Der Künstler wechselte von der Rolle des genialen Schöpfers zum bloßen Produzenten und das Atelier wurde zum Fabrikationsraum oder zur „Factory“, wie Andy Warhol seinerzeit sein Studio in New York nannte.

 

Lehrkräfte, die Pop Art im Unterricht thematisieren oder ihre Schüler/-innen auf eine Exkursion zur Staatsgalerie vorbereiten wollen, können auf einen Fundus von Medienempfehlungen zurückgreifen. Hier finden Sie biografische Dokumentationen über die wichtigsten Vertreter der Pop Art wie Andy Warhol, Roy Lichtenstein und Claes Oldenburg, aber auch die Wegbereiter Marcel Duchamp und Robert Rauschenberg können vorgestellt werden.

 

Mit einem Porträt über David Hockney können die Jugendlichen einen britischen Künstler kennenlernen, der streng genommen nicht dem amerikanischen Stilbild der Pop Art zugerechnet werden kann, aber zumindest eine eigene europäische Variante der figurativen Darstellungsweise entwickelt hat.

 

Ein Unterrichtsmodul zum Siebdruck schlägt einen Unterrichtsgang zu einer aus der Werbebranche stammenden Drucktechnik vor, die vor allem Andy Warhol zu seinem technischen Markenzeichen erhoben hat.

 

Direkt zur Medienliste

03.07.2017